Chance vertan

es hätte eine Gelegenheit sein können, zu zeigen, dass eine gut funktionierende Demokratie ohne Polizeiknüppel und Tränengas auskommt-dass kritische Demonstranten zur gesunden Diskussionskultur eines Landes dazu gehören.

Mit den Bildern aus Hamburg haben diejenigen, die sich als zerstörerische Banden durch eine gastgebende Stadt bewegt haben, diese Möglichkeit ins ungute Gegenteil verkehrt. Von Politik war aufgrund der Rauchsäulen überder Stadt kaum noch die Rede. Hatte irgendwer noch Sinn für die Botschaften auf den Plakaten?

(Bild nicht aus Hamburg)

Und das, was an deutscher Polizeiarbeit hin und wieder als beispielhaft hingestellt wird und manchmal auch gelingt, nämlich eigentlich das Bestreben zu de-eskalieren war nicht mehr zu erkennen, im Kampfgetümmel zwischen Steinewerfern und Staatsgewalt mit Helm.

Die Stimmung war aufgeladen. Wer so viele Staatsoberhäupter in einer Stadt zu Gast hat, kann nicht entspannt sein, wenn sich Jugendliche mit schwarzen Schals vermummen.

Und wenn sich Jugendliche so hineinsteigern in eine Komplett-Ablehnung jeglicher staatlicher Ordnung, dass sie Polizisten nicht mehr als Schützer der Gesellschaft und ihrer Mitglieder akzeptieren, ja nicht einmal mehr wahrnehmen, dass diese ebenso junge Menschen sind, oft nicht viel älter als sie selbst, sondern nur noch ein Feindbild, das es zu bekämpfen gilt, dann verspielen sie den Respekt, den mutige Aktivisten verdienen, die sich mit Energie für eine gute Sache einsetzen.

Die Bilder, die immer noch durch die Medien geistern zeigen erschreckende Brutalität auf beiden Seiten. Und sie machen deutlich, dass auch wohlüberlegte Sicherheits-Konzepte in nicht-totalitären Staaten ihre Grenzen haben. Man kann nicht einfach so das öffentliche Leben einer Stadt aussetzen, in einerDemokratie. Es wird immer Bewegung geben, von A nach B, und nicht immer wird dies kontrolliert passieren können. Die Überwachung wird lückenhaft bleiben. Die Konsequenz ist, das kleine Gruppen unter unglücklichen Umständen einen großen Schaden anrichten können. Der Preis der Freiheit. Aber nichts,´was die Freiheit fördert. Im Gegenteil.

Wie sehr hätten sich alle gewundert, wäre bei diesem Gipfel NICHTS passiert. Außer Gesprächen. Die manchmal schon explosiv genug sein können.

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