mother of all- bombs

Wie kann man ein tonnenschweres Tötungsinstrument „Mutter“ nennen? Hat jemand sein eigenes verqueres Mutterbild mit dem griffigsten Hashtag aus der Keywordsuche verquickt? Mütter sind keine Heiligen aber, nur kurz zur Erinnerung: Mütter sind diejenigen, die sich die Augen ausweinen, wenn ihre Kinder von Metallsplittern durchbohrt werden. Oder durch die Druckwelle „stark wie ein Erdbeben“ an zerfetzten Organen zu Grunde gehen. Seien die Kinder Terroristen oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Eine Mutter, die den Tod von 36 Menschen als „sehr erfolgreiches Event“ feiert mag es geben: wenn jemand ihr eigenes Kind mit dem Tod bedroht, ist aber statistisch gesehen immer noch die Minderheit. Und der Befehlshaber in Sachen Bombenabschuss hat so rein gar nichts von einer Mutter, auch wenn er seine Kinder bestmöglich an seiner Machtfülle teilhaben lässt. Bevor jetzt irgendjemand auf die schlaue Idee kommt, die Bombe in „Vater aller Bomben“ umzutaufen, was rein formtechnisch allerdings besser passen würde- auch Väter haben es nicht verdient, mit dieser Killermaschine in Verbindung gebracht zu werden.

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